Symptom · Motor

Turbopfeifen oder Ladedruckverlust

Ein gesunder Turbo macht ein leises, gleichmäßiges Pfeifen; was Besitzer melden, ist ein neues, lauteres Heulen, ein sirenenartiges Geräusch oder ein kraftloser Motor über 2000 U/min, der in den Notlauf fallen kann. Ladedrucklecks und klemmende Steller sind weit häufiger als ein toter Turbolader, deshalb Schläuche und Wastegate- bzw. VTG-Gestänge prüfen, bevor das Aggregat verurteilt wird. Blauer Rauch, Öl in den Ladeluftrohren und Wellenspiel unterscheiden einen verschlissenen Turbo von einem Regelungsproblem.

Dringlichkeit
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Mögliche Ursachen, wahrscheinlichste zuerst

  1. Gerissener oder loser Ladeluftschlauch oder Ladeluftkühler
    Pfeifen oder Zischen unter Last, Unterladedruck-Code P0299 und schwarzer Rauch beim Diesel. Ansaugtrakt mit Rauchgerät oder Adapter mit etwa 1 bar beaufschlagen und hören; Endkästen des Ladeluftkühlers und Schlauchverbindungen unter dem Motor auf ölige nasse Stellen prüfen.
  2. Klemmende VTG-Leitschaufeln oder Wastegate-Steller
    Leistung kommt und geht, oft am schlimmsten heiß oder kalt, mit Ladedruckabweichungs-Codes. Stellerstange bei laufendem Motor oder angelegtem Vakuum über den vollen Weg beobachten; eine Stange, die hängt oder in Stufen läuft, heißt verkokter Leitschaufelring oder verschlissener Steller.
  3. Defekter Ladedruck- oder MAP-Sensor
    Kraftlose Leistung mit einem Ladedruckwert, der nicht zum tatsächlich gemessenen Druck passt. Wert bei Zündung ein mit dem Luftdruck vergleichen (sollte innerhalb 20-30 mbar liegen) und den Wert unter Last mit einem mechanischen Manometer.
  4. Verschlissene Turbolager oder Wellenspiel
    Neues sirenenartiges oder schleifendes Heulen, das mit der Drehzahl steigt, blauer Rauch im Schubbetrieb und Öl im Ladeluftrohr. Ansaugschlauch abnehmen und auf radiales Spiel prüfen, das das Rad ans Gehäuse kommen lässt; jedes Axialspiel oder Kontaktspuren heißt Austausch.
  5. Verstopfte oder undichte Ölzufuhr des Turboladers
    Ölmangel tötet die Lager schnell; eine verkokte Zulaufleitung oder ein verstopftes Ölwannensieb ist bei PSA-, Renault- und Opel-Dieseln die übliche Ursache. Beim Turboeinbau immer die Zulaufleitung ersetzen und den Öldruck prüfen.
  6. Fehler am Wastegate-Magnetventil oder der Vakuumversorgung
    Benzinturbos: gar kein Ladedruck oder Druckspitzen mit Codes für das Regelventil. Vakuumleitungen auf Risse und das Magnetventil per Tester auf korrekte Tastverhältnis-Ansteuerung prüfen.
  7. Verstopfter Luftfilter oder kollabierender Ansaugschlauch
    Eine Drosselung vor dem Verdichter zieht Öl an den Dichtungen vorbei und erzeugt ein hohles Pfeifen und schwachen Ladedruck. Filter prüfen und kontrollieren, ob der Ansaugschlauch unter Last zusammengezogen wird.
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Was Sie selbst prüfen können

  • Luftfilter sowie alle Ansaug- und Ladeluftschläuche auf Risse, lose Schellen und ölige Stellen prüfen
  • Bei laufendem Motor auf Zischen bei kurzem Gasstoß hören
  • Auf blauen Rauch im Schubbetrieb oder Öl an den Ladeluftschlauchverbindungen achten
  • Fehlercodes auslesen und notieren, ob P0299 (Unterladedruck) oder P0234 (Überladedruck) gespeichert ist

Häufig gespeicherte Codes