Zweimassenschwungrad (ZMS)
Definition
Ein Zweimassenschwungrad teilt das Schwungrad in eine mit der Kurbelwelle verschraubte Primärmasse und eine die Kupplung tragende Sekundärmasse, verbunden über Bogenfedern und einen Reibdämpfer, die die Drehschwingungen moderner drehmomentstarker, niedrig drehender Diesel- und Turbobenzinmotoren schlucken, damit das Getriebe nicht rasselt. Es verschleißt mit jedem Start, Stopp und Lastwechsel: Die Federn verlieren Vorspannung, das Fett trocknet aus, das Gleit- oder Kugellager zwischen den Massen bekommt Spiel und die Reibflächen verglasen. Symptome sind Rasseln im Leerlauf, das beim Treten der Kupplung verschwindet, ein Schlag beim Starten oder Abstellen, Vibrationen und Rupfen beim Anfahren, Klopfen bei Gangwechseln und am Ende metallisches Mahlen; der Motor kann beim Abstellen auch stark schütteln oder absterben. Prüfung bei ausgebauter Kupplung durch Messen des freien Verdrehspiels (Herstellergrenzen typisch 10-20°) und des Kippspiels zwischen den Massen sowie Sichtprüfung auf Anlassfarben und Fettaustritt. Zusammen mit dem Kupplungssatz und neuen Dehnschrauben ersetzen; eine Umrüstung auf ein Einmassenschwungrad bringt deutlich mehr Getriebegeräusche mit sich. Keine direkten Fehlercodes; verwandte Symptome sind Kurbelwellensensor-Fehler P0335/P0336 bei Motoren, deren Geberrad auf dem ZMS sitzt und dessen Massen sich gegeneinander bewegen, Aussetzerzähler P0300 und Rupfbeanstandungen bei Doppelkupplungsgetrieben.